Foto: Aletta und Peter Stas mit Alpina-CEO Guido Benedini anlässlich der Lancierung der Horological Smart Watch im Februar 2015.

Der japanische Uhrenkonzern Citizen Watch gab am 26. Mai bekannt, die Schweizer Manufaktur Frédérique Constant mit den dazugehörigen Marken Alpina und Ateliers de Monaco gekauft zu haben. Damit gibt das aus Holland stammende Ehepaar Aletta und Peter Stas ihr 1988 gegründetes Lebenswerk aus der Hand. Zu welchem Preis wurde nicht bekanntgegeben. Die rund 170 Mitarbeiter und das Kader werden ihre Posten behalten, heisst es im Communiqué. Die Manufaktur in Plan-les-Ouates bei Genf produziert etwa 150’000 Uhren pro Jahr.

Citizen Watch hat bereits in der Vergangenheit in die Schweizer Uhrenindustrie investiert; 2012 erwarben die Japaner mit La Joux-Perret einen Hersteller hochwertiger Uhrwerke und  Module. Im Paket eingeschlossen war damals die Uhrenmarke Arnold & Son. Heute gehört auch die wiedererweckte Marke Angelus dazu. Sie spielen beide im Hochpreissegment komplizierter Uhren. Ganz anders die nun dazugekommenen Marken Frédérique Constant und Alpina. Während erstere für klassische Eleganz zu günstigen Preisen steht, bedient die zweite eine Sport-orientierte Klientel im selben Preissegment. Da Frédérique Constant vom Ehepaar Stas allmählich zu einer veritablen Manufaktur mit eigenen Uhrwerkskreationen aufgebaut wurde, ist Citizen mit ihren Schweizer Errungenschaften weitgehend von der sonst allgegenwärtigen Swatch Group unabhängig. Die Marken des Paars wuchsen stetig und mit Bedacht, sodass keine Schulden vorhanden sein dürften. In jüngster Vergangenheit wurde sogar noch in die Smartwatch-Technologie investiert, sodass Citizen ein wahrlich interessantes Paket in der Schweiz besitzt. Ateliers de Monaco, mit einer Handvoll produzierter Uhren pro Jahr, ist so etwas wie das Entwicklungsbüro von Frédérique Constant und Alpina. Hier kann der begnadete Uhrmacher Pim Koeslag an neuen Mechanismen feilen, die zunächst in limitierter Auflage in Uhren von Ateliers de Monaco eingebaut werden, später aber durchaus den Weg in die Serie finden können.

Für Aletta und Peter Stas dürfte die Rechnung ebenfalls aufgehen. Sie haben 28 Jahre das Abenteuer einer eigenen Uhrenmarke mit allen Ups und Downs gelebt und können mit Stolz auf das Vollbrachte zurücksehen. Nun dürfen sie die Früchte ihrer Arbeit geniessen und sich zurücklehnen. Wer wollte ihnen das verübeln?

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