Elomec Globus Detail
Globus-Sonnenuhr von Elomec
Globus-Sonnenuhr aus Edelstahl
Globus-Sonnenuhr von Elomec aus Edelstahl
Helios Mondo
Globus-Sonnenuhr aus Edelstahl von Helios
Steinsonnenuhr
Montage einer Globus-Sonnenuhr aus Jurakalkstein

Die rotierende Erde ist unser Zeitnormal par Excellence. Ein kompakter Erdglobus veranschaulicht das Prinzip.

Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Blütezeit der Sonnenuhr in Europa. Adelige liessen ihre Schlösser mit prunkvollen Gartenanlagen veredeln, in deren Zentrum nebst Wasserspielen oft eine Sonnenuhr eine wichtige Rolle spielte. Diese Zeitmesser waren nicht nur nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet, sie sollten auch die neusten Erkenntnisse aus Mathematik und Astronomie widerspiegeln. So verwundert es nicht, dass manche davon Würfel und andere regelmässige Körper sind, auf deren Oberflächen eine Vielzahl von Zifferblättern verteilt sind. Eine spezielle Form dieser steinernen Sonnenuhren ist die Kugelsonnenuhr. Scheint die Sonne darauf, wird eine Hälfte von ihr in Licht getaucht, während die andere schattig bleibt. Im Laufe des Tages wandert die Grenze zwischen den beiden Hälften über die Oberfläche der Kugel, bis die Sonne verschwindet. Bei manchen dieser Kugelsonnenuhren liest man die Uhrzeit an der Grenzlinie zwischen Licht und Schatten ab. Ein Ring von Zahlen markiert dabei die Stunden. Der grössere Teil solcher Sonnenuhren ist jedoch mit einem halbrunden Blechbogen ausgestattet, der sich an einer durch den Globus verlaufenden Achse drehbar aufgehängt, über die Oberfläche der Kugel schwenken lässt. Will man die Uhrzeit ablesen, bewegt man das Blech in eine Position, wo sein Schatten auf der Kugel zu einer dünnen Linie wird. Die Uhrzeit liest man auf der darunterliegenden Skala ab. Eine kugelförmige Sonnenuhr kann, wie ein Globus, mit massstabsgetreu übertragenen Kontinenten und Meeren versehen werden, wodurch sie zu einem Instrument mutiert, das weit mehr kann, als bloss die Zeit anzeigen.

Die Welt in Miniatur

Unsere Erde ist eine Kugel, die sich in 24 Stunden um ihre eigene Achse dreht. Ein auf ihrer Oberfläche fixierter Globus wird folglich sämtliche Bewegungen der Erdkugel mitmachen. Bringt man also den kleinen Globus in die genau gleiche Position wie die grosse Erde, wird es möglich, die Lichtverhältnisse auf unserem Planeten im Kleinen nachzuvollziehen, allerdings natürlich nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Zu den machbaren Beobachtungen gehören nicht nur die Veränderungen im Verlauf eines Tages, sondern auch die Veranschaulichung der Jahreszeiten.

Wer nicht gleich eine Steinkugel nach Hause rollen und mit Akribie die Kontinente massstäblich darauf übertragen will, kann sich fürs erste auch mit einem fertigen Globus behelfen. Am besten sollte es kein wertvolles Stück sein, denn zu unserem Zweck muss er aus seiner geneigten Halterung herausgelöst werden. Damit er nicht davonrollt, nehme man einen Holzreif oder eine Schale als Halterung. Dann lege man den Globus so hinein, dass der eigene Wohnort im obersten Punkt des Globus liegt. Darauf braucht man das Ganze nur noch so zu drehen, dass die Verbindungslinie zwischen den Polen in derselben Ebene liegt wie eine Kompassnadel. Der Nordpol soll dabei natürlich Richtung Norden weisen. Scheint nun die Sonne auf den Globus, kann man daran ablesen, wie die Erde in diesem Moment beleuchtet ist. Die etwas diffuse Grenzlinie zwischen hell und dunkel, in der Astronomie auch Terminator genannt, zeigt an, wo auf der Welt die Sonne gerade auf- beziehungsweise untergeht. Am 21. Juni ist die gesamte Polregion bis zum Polarkreis in Sonne getaucht, während der Südpol den ganzen Tag im Schatten liegt. Dort herrscht dann tatsächlich Polarnacht. Zur Wintersonnwende wird die Situation umgekehrt sein, und zur Tag- Nachtgleiche verläuft der Terminator genau durch die Pole. Dieses einfache Modell vermag auf äusserst anschauliche Weise zu vermitteln, wie Tag, Nacht und die Jahreszeiten auf unserem Planeten zustande kommen, eine Eigenschaft, die das Modell auch für den Anschauungsunterricht an Schulen prädestiniert.

Selber machen oder fertig kaufen

Für diejenigen, die eine fixfertige, wetterfeste Lösung für den Garten vorziehen, ist ebenfalls gesorgt. Elomec (www.elomec.ch), ein Hersteller von Verpackungsmaschinen in der Ostschweiz hat auf Anregung eines Mitarbeiters eine wetterfeste Globus-Sonnenuhr aus Edelstahl entwickelt, die, im Garten aufgestellt, nicht nur die Lichtverhältnisse auf der Erde widerspiegelt, sondern auch die exakte Zeit anzeigt. Die Umrisse der Kontinente sind mit einem Laser präzise in die mattierte Stahloberfläche graviert, was die Orientierung erleichtert. Der Stundenring für die Zeitablesung ist drehbar, wodurch auch andere Zonenzeiten oder die Sommerzeit angezeigt werden können. Mit dem passenden Ständer aus Edelstahl kostet die Uhr (Durchmesser des Globus 250 mm) CHF 2146.-. Auch der bereits erwähnte Sonnenuhrbauer Helios (www.helios-sonnenuhren.de) aus Wiesbaden bietet diverse Globus-Sonnenuhren aus rostfreiem Stahl an. Sie haben alle einen Durchmesser von 160 mm. Das Modell Mondo, bei dem die Uhrzeit über Lichtleiter als helle Punkte angezeigt wird, kostet mit Ständer rund HF 1800.-.

Selbstverständlich kann eine Globus-Sonnenuhr auch von einem begabten Bildhauer in Stein gefertigt werden, was besonders reizvoll ist und den Kreis zu den barocken Vorbildern schliesst.

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